Die Sache mit der Tagesstruktur
Die Sache mit der Tagesstruktur

Die Sache mit der Tagesstruktur

Die Sache mit der Tagesstruktur

Was du tun kannst, damit du deine Tagesstruktur verlierst:

  • jeden Tag ausschlafen
  • regelmäßig zu sehr später Stunde ins Bett gehen
  • der Antriebslosigkeit zuspielen
  • deine Zähne nicht mehr putzen
  • im Bett leben
  • Kontakte ignorieren
  • dein Haar nicht mehr bürsten
  • nicht rausgehen
  • FastFood essen
  • Alkohol trinken
  • Drogen nehmen
  • den ganzen Tag auf Plattformen wie facebook oder Netflix verbringen
  • den Hund nur noch in den Garten lassen, statt mit ihm spazieren zu gehen
  • deine Zeit mit Instagram und co. verdatteln
  • den ganzen Tag zocken
  • Süßzeug trinken
  • die Wohnung nicht aufräumen und im Chaos leben
  • nicht duschen
  • nicht rasieren

Tagesstruktur in Zeiten von Covid-19

Für einige wird (ist) es sehr schwer werden mit der aktuellen Situation zurecht zu kommen, ohne verrückt zu werden. Auch für gesunde und stabile Menschen ist „Social Distance“ eine Herausforderung. Der Mensch ist ein Herdentier und braucht Kontakte. Braucht Körperberührungen, braucht Atmen, Geruch vom Gegenüber.

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen sich zu isolieren.

2019 war ich stationär für 8 Wochen in einer Klinik, weil es mir psychisch nicht gut ging. Die Klinik hat sehr strenge Hygiene-Regeln und so kam es, dass meine Bettnachbarin und ich für 7 Tage isoliert wurden, aus Angst, meine Bettnachbarin hätte nicht nur einfaches Durchfall, weil sie etwas falsches gegessen hatte, sondern weil sie krank sein könnte.

Wir bekamen unser Essen bis vor die Tür geschoben, durften unser Zimmer nicht verlassen, wir durften niemanden herein lassen, niemanden persönlich sprechen. Vor der geöffneten Tür, aber in unserem Zimmer stehend, mit Mitpatienten austauschen, war verboten. Therapien fielen für uns aus. Für uns war das eine ziemlich schwierige Zeit, obwohl wir wussten, dass wir das Prozedere nur sieben Tage durchhalten müssen.

Der Gedanke, ich dürfe nicht rausgehen und verpasse meine ganzen (Gruppen-)Therapien machte mich wahnsinnig. Einmal hatte ich eine sehr heftige Panikattacke und brauchte eine höhere Dosis meines Medikaments und eine Notfall-Telefonsitzung mit meiner Therapeutin.

So schlimm, dass wir unsere Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen, trifft es uns in Deutschland jetzt nicht; was die Sache mit Covid-19 und “Social Distance” aber auch nicht angenehmer macht.

Daher hier ein paar Tipps für alle, die mögen*, um nicht in ein Loch zu fallen oder um sich aus einem Loch heraus zukämpfen.

Tagesstruktur:

  • zu einer festen Uhrzeit aufstehen
  • 2-3 Mal täglich spazieren gehen
  • täglich eine warme Mahlzeit
  • auf Fast-Food verzichten
  • wenn möglich: gesund kochen
  • genügend Wasser / Tee trinken
  • einmal am Tag duschen gehen
  • 3 Mal täglich die Zähne putzen
  • das Bett nur zum Schlafen und Ficken benutzen
  • Tagschlaf versuchen zu vermeiden
  • das Bett nach dem Aufstehen machen
  • die Wohnung ordentlich halten

Meine Tut Gut-Liste:

  • ein Fußbad nehmen
  • sich die Fingernägel lackieren
  • den Hund eines Freundes spazieren führen
  • den Hund eines Freundes kraulen und knuddeln
  • Masturbation
  • laut singen
  • aktiv Musik hören
  • aktiv einen Film sehen
  • mit Freunden / Familie telefonieren
  • ausmisten
  • eine To-do-Liste erstellen und Punkt für Punkt umsetzen
  • aufräumen
  • lange, heiß duschen und viel zu viel Duschgel benutzen
  • sich rasieren und danach schön eincremen
  • Barfuß auf Rasen spazieren
  • den Kleiderschrank aufräumen
  • neue Musik entdecken
  • jitsi, discord, etc.

(Für mich) problematisch:

  • Drogen konsumieren
  • Alkohol trinken
  • im Bett leben
  • Grübeln
  • Netflix leer sehen

Problem-Gedanken stoppen:

Zunächst einmal: Was sind Problem-Gedanken? Einfach ausgedrückt: Wenn du dich selber verurteilst und schlecht machst, handelt es sich um Problem-Gedanken. Auch schwarz-weiß-Gedanken, wie “Es wird es nicht besser.”, “Ist ja schon immer so gewesen.”, “Alle anderen sind viel schöner als ich.” sind Problem-Gedanken. Was also tun, wenn dein Kopf wieder nur negativ ist?

  1. bemerke die Gedanken und sage laut „Stop!“
  2. Lenke dich ab: Erzähle dir was du gerade siehst, riechst und hörst. (Man kann auch den Tastsinn mit einbeziehen. Ich persönlich finde das allerdings problematisch, weil es mich triggert in meinen Körper zu fühlen und das ist meistens nicht gut für mich.)
  3. Bewerte nicht, was du siehst, riechst und hörst!
    Beispiel: Ich schaue aus dem geöffnetem Fenster. Ich sehe einen Baum, der bereits kleine Blätter trägt. Ich rieche den Regen. Ich höre Vögel zwitschern. Ich höre ein Auto hupen. In der Ferne sehe ich einen blauen Himmel und weiße Wolken.
  4. Was ist gerade dein Bedürfnis? Kümmere dich um dein Bedürfnis, solange es kein Dysfunktionales wie Selbstverletzung oder Alkohol trinken ist.

Wenn es dir nicht besser geht, wiederhole die vier Schritte oder kontaktiere einen Herzensmensch, der dir gut tut und für dich da ist.

Umgang mit Misserfolgen

Es ist in Ordnung nicht jeden Tag strukturiert zu sein und auch mal zu faulenzen und sich gehen zu lassen. Wenn du eine Tagesstruktur dank Home-Office in Angriff nehmen willst und es nicht schaffst, dann bestrafe dich nicht zusätzlich mit miesen Gedanken. Schreibe stattdessen auf, warum etwas nicht geklappt hat und finde eine Lösung dafür.

Habt ihr weitere Tipps? Kommentiert gerne.

* Ob und wie diese Tipps für Familien oder Alleinerziehende geeignet sind, weiß ich nicht.

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